Samstag, 18. Februar 2012

Geschmacksfragen

Sie hat Geschichte geschrieben. Die Presse und die Frau.
Die olle Zitronenpresse mit der sauren Angela hat nun auch schon einige Jährchen hinter sich und sie erinnert uns erstens daran, dass Umweltministerin bis Kanzlerin Merkel sehr lang anhaltend aufs bundesdeutsche Politikgeschehen gewirkt hat und zweitens gibt die olle Zitronenpresse ein Zeichen: So versauerte Satire war schon lange nicht mehr. Zwar war die Frage nach gutem Geschmack der Satire damals schon umstritten. Aber es steht fest:  Der Geschmack rund um Gags hat sich gewandelt... Oder gab's irgendwelche Saftpressen, Fleischwölfe oder ähnlichen Stuff für "unseren" PR-Bundespräsidenten Wulff? Also "Fleischwulffe"? Kann ich mich jetzt nicht erinnern, dass es sowas gegeben hätt'. Wäre wohl auch eine Zumutung gewesen. Das hätte wahrscheinlich "ihn und seine Frau verletzt". Aber: vorbei, vorbei. Dieser Bundespräsident war einfach mal nicht offen und aufrichtig und hat eine verkehrte Auffassung von Pressefreiheit gehabt. Jetzt ist er zurück getreten und wir sind alle ein bisschen durch den Fleischwulff gedreht.

Montag, 13. Februar 2012

So geil: Allerwertestes Hinterteil

Popo in Karlsruhe: Mehr Mut zur Freikörperkultur! 
So schön weiß waren die Skulpturen am Schloss wohl schon lange nicht mehr. Letztes Jahr wurden sie ja saniert. Seitdem strahlen sie wie von Waschkraft durchflutet. Und diese Woche erst, als sich der Schnee endlich auch im Karlsruher Oberrheingraben hernieder zu sinken herabließ (endlich - es hatte seit November nicht geschneit!)... Ich sage Euch: Kommt in den tot gesagten Park und schaut. Weiß, weiß, weiß und ich weiß auch noch was: Vor dem Schloss könnt Ihr nackte Hintern begucken. Allerdings nur Hinterteile von weißen Marmorskulpturen. Und leider nur gucken, nicht sein... Denn mit FKK sieht's mau aus im badischen Karlsruhe. Lediglich in der Sauna- und Badelandschaft Vierodtbad kann man in dieser Stadt seine nackte Haut nackte Haut sein lassen. Ansonsten gibt es keine Freikörperkulturwiese oder ähnliches. Eigentlich schade.
So ist das mit dem Purismus. Nackig sein gilt als anstößig. Wenn nicht gar schmutzig. Sehr schade! Karlsruher Sauberwahn? Keine Fraktion oder Partei in Karlsruhe empfindet es als Mangel, dass man bei uns nirgendwo in der Öffentlichkeit unter freiem Himmel einfach mal nackig sein darf. Sehr schade. Ich fordere: Gleiches Recht für Mensch wie für Skulptur. Mehr Mut zur Freikörperkultur!

Donnerstag, 10. November 2011

Bilderrätsel: Was ist das?

Ist das da unten links ein Fahrradschloss? Wo ist das Rad?
So, liebe Leserin und lieber Leser. Auf dem Foto dieses Posts ist ein Ding abgebildet und von diesen Dingern hat Karlsruhe zu wenig. Man schließt an diese Dinger sein Fahrrad an. Nun tun sich zu diesem Foto jedoch Fragen auf, die Du, liebe Leserin und lieber Leser, gerne beantworten (Du) darfst oder (Ihr) dürft. Erstens: Wie heißt das Ding? Zweitens: Was ist der Unterschied zwischen einem Fahrradständer, einer Fahrradstange und einem Fahrradbügel und nochmal erstens: Wie heißt dieses Ding? Und drittens: Warum ist auf dem Bild unten links ein Fahrradschloss zu sehen, wohingegen auf dem Bild kein Fahrrad zu sehen ist? Rätsel über Rätsel... Zu gewinnen gibt's bei richtigen Antworten nichts. Zu verlieren gibt's aber auch nichts. Außer Zeit. Aber die verlierste immer!

Sonntag, 9. Oktober 2011

Bier frei ab sechzehn oder achtzehn?

Eines Tages werden sie die Bier-Leucht-Reklame verbieten.
Der Karlsruher Einzelhandel darf aber auch nicht vergessen, dass es unter den Karlsruher Brauerei-Produkten ganz hervorragende wohlschmeckende Getränke gibt, die aufgrund unserer Jugendschutzgesetze keinem Jugendlichen, der das siebzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet und das achtzehnte noch nicht erreicht hat, verkauft werden dürfen. Oder war der Verkauf von Bier jetzt schon ab 16 Jahren erlaubt? Die Gesetze sind etwas wirr. Denn wenn der Ü-18-Freund das kauft, darfste aus rein juristischen Gründen trotzdem trinken - sofern du unter 16 bist?!? Ich finde: Die Gesetze sind irre alkoHOHL. Alles, was recht ist. Kalsruh. Wahrscheinlich werden sie eines Tages die Bier-Leucht-Reklame verbieten. Und sie werden sagen, dass sie es für den Jugendschutz tun.

Donnerstag, 29. September 2011

Carl mit C und Karlsruhe mit K

Merke: Carl Friedrich schrieb seinen Vornamen Carl mit "C".

In einem Satz:

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass der Großherzog von Baden, Carl Friedrich, seinen Vornamen Carl mit einem "C" schrieb, wohingegen dessen Vorfahre, Markgraf Karl, seinen Vornamen Karl orthografisch mit "K" umsetzte, so dass sich Karlsruhe - angesichts der Tatsache, dass der Karl mit "K" als der Urvater unserer Stadt gilt - ebenfalls mit "K" und nicht mit "C" als Carlsruhe schreibt.

Dienstag, 27. September 2011

Affirmative Automobilpositionen

Die Autos in der Kunst: Ist das jetzt affirmativ gemeint?
Wir bleiben beim Thema Mobilität. War wieder enorm was los an Kampagnenbemühungen vergangenes Wochenende. Am Samstag wieder Elektro- und Strom-Aufklärung auf dem Marktplatz. E-Autos sind jetzt angesagt.
Aber interessant: In Karlsruhe kann sich niemand durchringen zu einer - sagen wir mal - plumpen Meinung wie: "Ich finde Autos einfach mal scheiße. Ich finde Fahrrad fahren gut. Ich denke gerne bipolar. Ich stehe dazu, dass ich beim Thema Mobilität nicht so gerne abwägen tue, ähh... abwägen machen tue..." 
So deutlich würde ich mir mal Statements wünschen... Statt dessen aber wird das Für und Wider von Automobil & Co abgewogen. Und es wird einem ständig abverlangt, Verständnis und Besonnenheit zu entwickeln für verschiedene Positionen, womit ich beim Thema wäre: "Positionen" werden in Kunstkreisen immerzu zitiert und vertreten. Wenn irgendeinem Kurator mal irgendwie die Worte fehlen, das zu beschreiben, was irgendein Künstler da so treibt, dann labert der Kurator von "spannenden und interessanten Positionen". Arrgh, würg. Der eine Künstler malt mit fettem Pinselstrich, der andere mit dünnem. Prompt vertreten beide Maler jeweils eine sehr spannende Position. 
Na schön. Und welche Position vertrat nun der Schöpfer der Volkswagen-Skulptur, die sich derzeit vor dem ZKM (Zoo Kranker Möglichkeiten) begleitend zur Ausstellung CarCulture (übersetzt Autokultur) auftürmt? Ist das jetzt Protest-Kultur? Gegen das Volkswagen-Monopol und den ganzen abendländisch, spätestkapitalistischen PKW-Indivualisten-Wahnsinn? Oder ist das affirmativ gemeint?

Ich weiß auf meine Fragen keine Antwort.... Nur so viel:
"Ich finde Autos einfach mal scheiße. Ich finde Fahrrad fahren gut. Ich denke gerne bipolar. Ich finde die Skulptur deshalb eher doof. Das ist nicht meine Position. Und jetzt mach ich mich vom Acker."

Montag, 19. September 2011

Auto feiern mit Tragetaschen

* Propaganda für Karlsruhe: Auto feiern mit Tragetasche *
Das Stadtmarketing hat unlängst bedruckte Papier-Tragetaschen ans herumstreunende Volk verteilt. Auf diesen Taschen stand auf der einen Seite folgender Text: "Hier werden Erfinder groß: Karlsruhe Carl Benz 125 Jahre Auto". Auf der anderen Seite hatte das KIT (Künstlich informierte Trantüten) für ihren Tag der Offenen Tür geworben. Der Propagandatag stand diesmal unter dem Motto "Entdecke, was dahinter steckt!" 

Das ist auch wieder so eine schnuckelige Karlsruher Weltsicht der Dinge: dass irgendwo "was dahinter stecke". Ich finde: Wenn bedruckte Taschen verteilt werden, wäre eine gesunde Neugier eher daran interessiert herauszubekommen, was "drin" und nicht, was "dahinter" steckt -  aber gut... Lassen wir das!

Karlsruhe feierte diesen Sommer "125 Jahre Automobil". Das sagt sich so schnell dahin. Was das aber konkret bedeutet, wenn eine Stadt so etwas Abstraktes wie ein komisches Erfinderjubiläum feiert, ist gar nicht so leicht zu analysieren. Wie bei Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen normalen Anlässen kommen eben Menschen zusammen. Problem: die, die da für "Carl Benz 125 Jahre Auto" zusammen kommen, haben kein Geburtstagskind, dem sie gratulieren können. Sie haben kein frisch vermähltes Paar, das sie hochleben lassen können. Was also tun, um "Auto zu feiern"?? Man hätte an jenem Tag einfach Auto fahren können. Damit allerdings hätte man sich gegenseitig nichts demonstriert. Schließlich wird ja jeden Tag so oder so Auto gefahren. Lustig: Fahre einfach per PKW in der Gegend rum. Wenn Du an einer Ampelkreuzung wartest, lass Dein Fenster runter und brülle den mit Dir wartenden Autofahrer der Nachbarspur an: "Hey, Alter! Auf die nächsten 125 Jahre!"

So geht's natürlich nicht. So wird hier nicht gefeiert. Da muss schon was Besonderes her. 

Also hat das Stadtmarketing jene Taschen bedruckt und verteilt. Die Leute haben die Taschen dann rumgeschleppt und auf diese Weise "Auto gefeiert". Die meisten dieser Taschen aus dem Sommer sind bestimmt schon wieder weggeschmissen und im Müll gelandet. Das ist schon okay so. Schließlich ist das 125-jährige Jubiläum bald vorüber. Oder gehören diese Taschen in die Gelbe Tonne? Die glänzen so seltsam nach Plastik und als Verpackung müsste eine Tasche eigentlich auch kategorisiert werden, oder? Wieder einmal Fragen über Fragen: Aus was für einem Material sind diese überflüssigen Teile gebaut? Und wieviel hat der Spaß gekostet? Und wer zahlt`s? Und wer hat sich das alles ausgedacht? Und wer war beim Stadtmarkting dagegen, hatte aber nicht den Mumm zu sagen, dass er's albern findet? Entdecke, WER dahinter steckt.